Niedersachsen
15:13 Uhr   UPDATE 

Scharfe Kritik an DB wegen Baustelle auf Ausweichstrecke

Erst Bus statt Bahn, nun zusätzliche Einschränkungen: Die LNVG wirft der Bahn schlechte Planung vor. Fahrgäste zwischen Hannover und Celle müssten sich auf einen schlechteren Ersatzverkehr einstellen.
Lichtsignal
Lichtsignal, © Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben
Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) hat die Deutsche Bahn wegen einer aus ihrer Sicht zu kurzfristig angekündigten Baustelle auf einer Ausweichstrecke scharf kritisiert. Ausgerechnet während der laufenden "Qualitätsoffensive" zwischen Hannover und Hamburg werde die Bahn voraussichtlich vom 22. Juni bis 5. Juli ein S-Bahn-Gleis bei Ehlershausen in der Region Hannover sperren, teilte die LNVG der Deutschen Presse-Agentur vorab mit.

Die Bahn erklärte, die Verlängerung der notwendigen Bauarbeiten in Ehlershausen sei erst kurzfristig bekannt geworden. Zu diesem Zeitpunkt sei die Planung der Ersatzverkehre während der Qualitätsoffensive bereits abgeschlossen gewesen.

Schwabl: Die Information ist zu kurzfristig gekommen

Betroffen seien drei S-Bahnlinien zwischen Hannover und Celle. "Diese Baustelle verschlechtert den Ersatzverkehr zwischen Celle und Hannover deutlich. Das ist sehr ärgerlich", sagte LNVG-Geschäftsführerin Carmen Schwabl. Sie bedauere, dass die Bahn den Fahrgästen das nun auch noch zumute. Zudem sei die Information zu kurzfristig gekommen.

Nach Angaben einer Bahnsprecherin ist während der Arbeiten eine eingleisige Sperrung der Strecke zwischen Burgdorf und Celle für zwei Wochen vom 22. Juni bis zum 6. Juli erforderlich. Die Fahrtzeiten der S6 sowie der S61, die als Verstärkerlinie während der Sanierung Hamburg-Hannover eingesetzt wird, würden angepasst. Damit sei ein zeitnaher Umstieg in den Busersatzverkehr in Celle möglich. Die S7 könne wegen der geringeren Kapazitäten auf der Strecke während der Bauarbeiten nicht fahren.

Seit dem 1. Mai fahren wegen Bauarbeiten keine direkten Nahverkehrszüge mehr zwischen Hannover und Hamburg. Die sogenannte Qualitätsoffensive der DB InfraGO läuft noch bis zum 10. Juli. Der Ersatzverkehr mit bis zu 31 Bussen funktioniere zwar grundsätzlich verlässlich, zog die LNVG zur Halbzeit Bilanz. Es gebe kaum Beschwerden von Fahrgästen.

Fragen zur internen Abstimmung bei der Bahn

Umso deutlicher fällt die Kritik an der zusätzlichen Baustelle aus. Die Infrastrukturgesellschaft DB InfraGo habe "die Auswirkungen auf Fahrgäste nicht im Fokus, das muss künftig besser werden", sagte Schwabl. Die Maßnahme in Ehlershausen werfe auch Fragen zur internen Abstimmung bei der Bahn auf. "Wie kann es sein, dass wir bei der Planung für die Ersatzverkehre über diese Baustelle nicht informiert wurden?"

Die LNVG fordert von der Bahn mit Blick auf weitere Großprojekte eine bessere Vorbereitung. In den kommenden Jahren sind in Niedersachsen mehrere sogenannte Korridorsanierungen geplant, unter anderem 2027 auf den Strecken Lehrte-Berlin und Bremen-Bremerhaven sowie 2029 zwischen Hannover und Hamburg.

Schwabl: "Sonst fühlen die Fahrgäste sich veralbert"

Vor solchen Großbaustellen müssten die Umleitungsstrecken in gutem Zustand sein, sagte Schwabl. "Sonst fühlen die Fahrgäste sich veralbert." Sie fordert: "Solche Pannen wie in Ehlershausen dürfen sich nicht wiederholen." Auch im Bereich Lüneburg und Uelzen ändern sich ab dem 14. Juni die Ersatzverkehre.

Die Züge zwischen Uelzen und Lüneburg entfallen bis zum Ende der Qualitätsoffensive. Dafür sollen zusätzliche Züge in den Hauptverkehrszeiten zwischen Lüneburg und Hamburg fahren. Zudem verkehren Ersatzbusse stündlich zwischen Lüneburg und Uelzen mit Halt in Bienenbüttel.
© dpa | Abb.: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben (Symbolbild) | 10.06.2026 13:49

Es gibt neue
Nachrichten bei schiene.de

Startseite neu laden