Berlin
Gestern, 21:13 Uhr

Neue S15 verbindet Hauptbahnhof und Gesundbrunnen

In fünf Minuten vom Gesundbrunnen zum Hauptbahnhof: Die neue S-Bahn-Linie S15 ist gestartet und soll im Berliner Norden für eine bessere Anbindung sorgen.
Berliner S-Bahn-Linie S15
Berliner S-Bahn-Linie S15, © Deutsche Bahn AG / Dominic Dupont
Nur 1,2 Kilometer und insgesamt drei Stationen umfasst die neue Berliner S-Bahn-Linie S15 - doch für Fahrgäste im Norden der Hauptstadt verbessert sich die Anbindung an den Hauptbahnhof mit ihr erheblich. Die S15 verbindet fortan den Hauptbahnhof mit dem Bahnhof Gesundbrunnen und hält dabei auch am S-Bahnhof Wedding. Der erste Zug der neuen Linie fuhr am Mittag vom neu eröffneten Interimsbahnhof unter dem Hauptbahnhof ab. 

Fortan sind die Züge im Zehn-Minuten-Takt unterwegs. Die Fahrzeit zwischen Hauptbahnhof und Gesundbrunnen beträgt den Angaben zufolge rund fünf Minuten. Die Bahn rechnet mit etwa 40.000 Fahrgästen pro Tag auf der Linie. Die sogenannten Halbzüge der Linie S15 pendeln zwischen den Bahnhöfen Gesundbrunnen und Hauptbahnhof. Sie sind also nicht als andere Linien auf einer längeren Strecke im Einsatz. 

Senatorin: Bahnhof Perleberger Brücke wird kommen

Für die Anbindung der S15 an den Nordring ist unter dem Hauptbahnhof ein Interimsbahnhof entstanden. Auf der kurzen Strecke soll in den kommenden Jahren ein weiterer Bahnhof an der Perleberger Brücke gebaut werden, um insbesondere die Gewerbeansiedlungen in der Gegend besser anzubinden. 

Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) bekräftigte bei der Eröffnung der Strecke das Bauvorhaben. "Perleberger Brücke wird der Bahnhof sein", sagte sie. "Wir haben uns jetzt auf ein Modell verständigt, das dann auch gebaut werden wird." Der genaue Zeitplan ist noch offen, vor Ende der 20er Jahre ist aber nicht mit einem Baubeginn zu rechnen. 

Teil eines Gesamtprojekts

Der neue Streckenabschnitt bildet den ersten Teil des Gesamtprojekts "S21 Berlin", einer Nord-Süd-Verbindung, mit der die Bahn das Berliner S-Bahn-Netz in einigen Jahren deutlich entlasten will. Sie soll vom Nordring über den Hauptbahnhof, Potsdamer Platz und Yorckstraße bis zum Südkreuz führen. 

Zwei weitere Abschnitte sind dafür geplant. Im Bau sind sie noch nicht. Für den zweiten Bauabschnitt zwischen Hauptbahnhof und dem Potsdamer Platz werde noch dieses Jahr der Planfeststellungsbeschluss erwartet, teilte die Bahn mit. Die Inbetriebnahme ist demnach für die 2030er Jahre geplant. "Für den dritten Bauabschnitt laufen zurzeit die Vorplanungen."

Jahrelange Verzögerungen

Der nun eröffnete Streckenabschnitt sollte ursprünglich vor Jahren in Betrieb gehen. Unvorhergesehene Bodenbedingungen, die Corona-Krise, Materialengpässe aufgrund des Ukraine-Kriegs und Personalmangel führten laut Bahn dazu, dass sich das Projekt immer weiter verzögerte. Zuletzt hätten auch noch die Zulassungs- und Abnahmeprozesse länger als gedacht gedauert. 

Der Bund förderte das Bauprojekt mit rund 212 Millionen Euro. Die Gesamtkosten für den nun in Betrieb genommenen Teilabschnitt könnten sich, wenn alles einmal komplett fertig ist, auf rund 800 Millionen Euro belaufen, hieß es aus Bahnkreisen.
© dpa | Abb.: Deutsche Bahn AG / Dominic Dupont | 15.06.2026 21:13

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