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Söder wirbt in China für Magnetschwebebahn

Mitten in China steht schon eine längere Teststrecke für eine Magnetschwebebahn, wie Markus Söder gerne eine für Nürnberg hätte. Er gibt sich, ebenso wie die Entwickler, optimistisch.
Besuch der TSB-Teststrecke in Chengdu: Der bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder vor einer Magnetschwebebahn
Besuch der TSB-Teststrecke in Chengdu: Der bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder vor einer Magnetschwebebahn, © Bayerische Staatsregierung
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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat beim Besuch einer Magnetschwebebahn-Teststrecke im chinesischen Chengdu entschieden für seine Idee einer solchen Bahn für Nürnberg geworben. Klimafreundlich, leise und effektiv sei dieses Modell, sagte Söder am Montag, "das könnte die Zukunft sein". Eine Machbarkeitsstudie von Stadt Nürnberg und Freistaat solle nun möglichst bis kommendes Jahr Ergebnisse liefern, sagte Söder. Nach Ansicht der Entwickler könnte eine solche Bahn anschließend sehr rasch zum Einsatz kommen, womöglich schon binnen zwei Jahren.

Die Teststrecke in Chengdu hat der bayerische Baukonzern Bögl zusammen mit einem einheimischen chinesischen Partner gebaut. Das sogenannte "Transport System Bögl" (TSB) wäre aus Söders Sicht auch für Nürnberg geeignet. In einer Regierungserklärung Ende 2023 hatte er bereits angekündigt, den Bau einer innerstädtischen TSB-Strecke in Nürnberg zu prüfen.

 

Fahrt mit der Magnetschwebebahn unter anderem mit dem Vorstandsvorsitzenden der Firmengruppe Max Bögl, Stefan Bögl (2. von links), Ministerpräsident Dr. Markus Söder (Mitte) und dem Aufsichtsratsvorsitzenden und Gesellschafter der Firmengruppe Max Bögl, Johann Bögl (2. von rechts), © Bayerische Staatsregierung
 

Der Bögl-Vorstandsvorsitzende Stefan Bögl sagte am Montag in Chengdu: "Wir sind absolut bereit. (...) Wir sind jetzt so weit, dass das System in Serie zum Einsatz kommen kann." Ein Vorteil der TSB-Bahn sei, dass diese in bestehende Infrastruktur integriert werden könne - deshalb könnte man geplante Vorhaben auch sehr rasch verwirklichen. "Wir denken: So ein Projekt wie in Nürnberg könnte innerhalb von zwei Jahren realisiert werden", sagte Bögl.

Die Stadt Nürnberg hatte zuletzt bereits mitgeteilt, eine Machbarkeitsstudie zu einer Magnetschwebebahn in der Frankenmetropole erstellen zu lassen. Die Studie solle demnach "unter 100 000 Euro" kosten, 90 Prozent davon werde der Freistaat übernehmen, hieß es. 

Per Gutachten soll demnach unter anderem geklärt werden, ob eine Magnetschwebebahn zwischen Uni, Messe und Klinikum teurer wäre als eine ohnehin dort angedachte Straßenbahn. Auch die Frage danach, wie viel weniger Fahrgäste eine Magnetschwebebahn wegen des Mehraufwands beim Umsteigen nutzen würden, soll beantwortet werden. 

 

Ministerpräsident Dr. Markus Söder und der Leiter der Staatskanzlei, Staatsminister Dr. Florian Herrmann, besichtigen die Leitzentrale, © Bayerische Staatsregierung
 

Eine Magnetschwebebahn im Regelbetrieb in Nürnberg wäre für den Hersteller Bögl aus der Oberpfalz eine wichtige Referenz, um die Technologie andernorts besser vermarkten zu können. Das Unternehmen arbeitet seit rund 14 Jahren an der "Transport System Bögl" (TSB) genannten Schwebebahn. Bisher sind zwei Teststrecken in Betrieb - eine am Firmensitz in Sengenthal (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz), die zweite in Chengdu. 

Eine Magnetschwebebahn läuft auf einer Art Schiene, wird aber über ein elektromagnetisches Feld in der Schwebe gehalten und kann so sehr schnell und auch geräuschlos fahren. Das in Deutschland bekannteste Modell ist der Transrapid - jahrelang wurde in München über eine Anbindung des Flughafens an die Stadt per Transrapid nachgedacht, das Projekt wurde aber nach langwierigen Planungen wegen zu hoher Baukosten gestoppt. Während der Transrapid auf Hochgeschwindigkeiten ausgelegt war, könnte die TSB-Bahn dagegen vor allem auf Kurzstrecken zum Einsatz kommen.
© dpa | Abb.: Bayerische Staatsregierung | 25.03.2024 13:44

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