Die Fertigstellung des zweiten Bahngleises an der Station Fangschleuse nahe dem Tesla-Werk war Anfang der Woche vorgesehen. Die Arbeiten verlängerten sich aber um voraussichtlich zwei Wochen, teilte die Deutsche Bahn (DB) am Nachmittag mit. "In Fangschleuse verkehren die RE1-Züge der ODEG weiterhin ausschließlich über Bahnsteig 4."
Der RE1 ist eine stark genutzte Verbindung zwischen Berlin und Frankfurt (Oder). Der neu gebaute Bahnhof Fangschleuse öffnete am vergangenen Wochenende - allerdings nicht wie angekündigt am frühen Morgen sondern erst verspätet am Abend.
Jetzt teilte die Bahn mit, das Angebot der Linie RE1 könne ab Dienstag (25.08.) nicht vollständig ausgeweitet werden. Es komme am neuen Bahnhof Fangschleuse zu Verzögerungen bei einzelnen Bauleistungen.
Odeg: "Fahrplan wird noch so stabil sein"
Weil das zweite Bahngleis noch nicht in Betrieb geht, kann es laut Odeg zu Verspätungen kommen. "Der Fahrplan wird nicht so stabil sein", sagte Geschäftsführer Lars Gehrke der Deutschen Presse-Agentur. Es solle aber ein Halbstunden-Takt des RE1 zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) angeboten werden.
Die Odeg betreibt die Linie RE1, für die Bauarbeiten ist aber die Bahn-Tochter DB InfraGo zuständig.
Verstärkerzüge fallen weg
Laut Odeg werden die sogenannten Verstärkerzüge im Berufsverkehr - also besonders lange Züge - nicht eingesetzt. Es fehlten vier Züge am Morgen in jede Richtung und vier Züge am Nachmittag in jede Richtung, sagte Geschäftsführer Gehrke.
Bahn: Ab Dienstag aber kein Umstieg mehr nötig
Die gute Nachricht laut Bahn: Reisende im RE1 können ab Dienstag wieder direkt zwischen Berlin-Ostbahnhof und Frankfurt (Oder) fahren. Der Umstieg in Erkner von der S-Bahn auf den Regionalexpress entfalle. Auch die Eurocity-Züge zwischen Berlin, Frankfurt (Oder) und Polen sowie der Güterverkehr verkehren laut DB wieder planmäßig auf der Strecke.
Verkehrsminister: Betrieb in den Griff bekommen
Aufgrund der Bauverzögerungen schimpfte jedoch Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach (SPD): "Ich erwarte, dass die DB InfraGO ihren Betrieb endlich in den Griff bekommt, statt fortlaufend neue, kurzfristige Einschränkungen zu verkünden, die Fahrgäste und Verkehrsunternehmen ausbaden müssen." Fälle wie dieser zeigten einmal mehr, warum er für eine echte Verstaatlichung der Bahninfrastruktur eintrete: "Ein bundeseigener Konzern, der nicht einmal seine eigenen Baustellen verlässlich organisieren kann, braucht klare politische Steuerung statt Konzernlogik."
© dpa | Abb.: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben (Symbolbild) | 21.08.2026 17:14









