Karlsruhe
Gestern, 21:12 Uhr

Fahrgast nach Attacke auf DB-Mitarbeiter auf freiem Fuß

Nach einem Streit stürzt ein Bahnmitarbeiter aus einem Zug und wird schwerst verletzt. Gegen einen Fahrgast wird Haftbefehl beantragt - vergeblich. Dabei war der Mann kein unbeschriebenes Blatt.
Schockierender Vorfall in Regionalzug in Ettlingen
Schockierender Vorfall in Regionalzug in Ettlingen: Streit bei Fahrscheinkontrolle mit betrunkenem Fahrgast in Personenzug eskaliert - Mitarbeiter der DB-Sicherheit stürzt nach Gerangel aus fahrendem Zug und erleidet lebensgefährliche Verletzungen, © IMAGO / Einsatz-Report24
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Nach einer fatalen Attacke auf einen Bahnmitarbeiter, der aus einem fahrenden Zug stürzte und in Lebensgefahr schwebt, ist ein 36-jähriger Fahrgast wieder auf freiem Fuß. Gegen den wegen Gewaltdelikten vorbestraften Mann war Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung beantragt worden. Das Amtsgericht lehnte den Erlass des Haftbefehls ab, wie die Staatsanwaltschaft am Abend mitteilte.

Wegen Gewaltdelikten vorbestraft und auf Bewährung

Schon früher sei der 36-Jährige wegen Gewaltdelikten strafrechtlich in Erscheinung getreten und war nur auf Bewährung frei, hieß es weiter. Er soll bei dem Vorfall betrunken und im Zuge einer Ticketkontrolle in eine gewaltsame Auseinandersetzung mit dem 26 Jahre alten Sicherheitsmann der Deutschen Bahn verwickelt gewesen sein. Nach dem Vorfall war er vorläufig festgenommen worden - und ist nun wieder frei.

Er soll den 26 Jahre alten Sicherheitsmann am Freitagabend in einem Regionalzug angegriffen haben. Nach einem Streit im Zusammenhang mit einer Fahrkartenkontrolle habe er seine Personalien nicht nennen und den Zug nicht verlassen wollen. Er schlug den Vorwürfen zufolge mit Fäusten auf den 26-Jährigen und trat ihn. Beide stießen mehrfach gegen die Tür, die dadurch, von den Beteiligten unbemerkt, beschädigt wurde und letztlich nachgab, wie es hieß. Der Bahnmitarbeiter stürzte durch einen Spalt nach draußen.

GDL verlangt härtere Konsequenzen

Unterdessen fordert die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) härtere rechtliche Konsequenzen. "Wir brauchen Entscheidungen der Justiz, wir brauchen Gesetzesänderungen und wir brauchen das Durchgriffsrecht", sagte der GDL-Bundesvorsitzende Mario Reiß im WDR.

Es müsse jedem Menschen in Deutschland klar sein, "dass ein Angriff auf den Menschen geahndet wird und mit Folgen zu tun hat, die davor abschrecken, jemanden anzugreifen". Die Eskalation in Zügen habe eine "gewaltige" Dimension erreicht, viele Beschäftigte gingen inzwischen mit Angst zur Arbeit.
© dpa | Abb.: IMAGO / Einsatz-Report24 | 18.07.2026 21:12

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