Ein Bahnsprecher kündigte an, man werde im Laufe des Tages genauer sagen können, welche Auswirkungen das für Reisende im Nah- und Fernverkehr habe. Zuvor hatte der WDR berichtet.
Die stark befahrene Strecke war seit Anfang Februar für knapp 800 Millionen Euro modernisiert worden. Am vergangenen Freitag wurden die Arbeiten offiziell beendet. Doch ausgerechnet am letzten Tag der Generalsanierung fiel auf, dass eine Brücke über den Fluss Wupper bei Leverkusen-Opladen marode ist. Deshalb konnte die Strecke anders als geplant nur eingleisig freigegeben werden.
Seitdem fallen im Fernverkehr und im Regionalverkehr erneut zahlreiche Züge aus oder werden umgeleitet. Die Züge, die über die eingleisige Strecke fahren können, sind mit einer Verspätung von mindestens 15 Minuten unterwegs.
Die betroffene Brücke wurde nach Angaben der Bahn bei der Generalsanierung nicht erneuert. Denn bei den bisherigen Inspektionen - zuletzt Ende 2025 - hätten sich keine Schäden gezeigt.
Viele ICE von Köln nach Berlin fallen aus
Im Fernverkehr sind durch die beschädigte Brücke im Moment vor allem die ICE zwischen Köln und Berlin betroffen. Laut Bahn fallen zahlreiche Züge auf dem Abschnitt aus. Viele Reisende in Hagen, Wuppertal, Solingen und Köln kommen dadurch nicht wie geplant an ihr Ziel und müssen auf andere Züge ausweichen.
Auf den übrigen ICE- und IC-Linien, die über Wuppertal fahren, fallen die Züge laut Bahn nicht aus. Allerdings müssten Reisende mit deutlichen Verspätungen rechnen.
Regionalzüge fallen aus oder werden umgeleitet
Im Regionalverkehr sind vor allem Reisende, die von Wuppertal in Richtung Köln fahren wollen, wegen der einspurigen Streckenführung mit Ausfällen konfrontiert. Züge der Linie RE7 (Rhein-Münsterland-Express) werden von Wuppertal über Düsseldorf umgeleitet und halten deshalb nicht in Solingen, Opladen, Köln Messe/Deutz, Köln Hauptbahnhof und Dormagen. Wer von Wuppertal nach Köln möchte, muss also in Düsseldorf umsteigen - oder auf eine Regionalbahn ausweichen.
In Gegenrichtung funktioniert die Fahrt mit dem Regional-Express unkomplizierter: Die Züge fahren von Köln in Richtung Wuppertal ganz normal über die einspurige Strecke.
Auch bei der RB48 (Rhein-Wupper-Bahn) gibt es spürbare Einschränkungen für Reisende: Dort fährt wegen des Brückenschadens nur etwa jeder zweite Zug.
Reisende sollten ihre Verbindung in jedem Fall kurz vor der Abfahrt noch einmal in der digitalen Fahrplanauskunft überprüfen, schrieben die Bahnunternehmen auf der Internetseite zuginfo.nrw.
Generalsanierung sollte Zugverkehr zuverlässiger machen
Die Bahn hatte den Reisenden zwischen Köln, Wuppertal und Hagen versprochen, dass es nach der fünfmonatigen Sperrung spürbare Verbesserungen für sie gebe. Der Zugverkehr sollte "verlässlicher und leistungsfähiger" werden. Störungen und Verspätungen sollten sich "deutlich reduzieren", hatte die Bahn betont.
Doch auch abgesehen von der maroden Brücke über die Wupper gab es nach Abschluss der Generalsanierung mehrere Probleme: So sorgten etwa am Dienstag mehrere Störungen an Signalen und Weichen in Wuppertal und Hagen immer wieder für Probleme und Verspätungen auf der frisch sanierten Strecke.
NRW-Verkehrsminister: "Nicht hinnehmbare Entwicklung"
Der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) sprach von einer "nicht hinnehmbaren Entwicklung". Die Kritik vieler Fahrgäste sei "sehr nachvollziehbar".
Von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) forderte er eine gründliche Aufarbeitung des Konzepts für die Generalsanierungen. "Monatelange Sperrungen sind an sich schon eine Zumutung für Fahrgäste und den Güterverkehr", betonte der NRW-Minister. Wenn dann am Ende der Zugverkehr trotzdem nicht verlässlich funktioniere, müsse das Konzept "konstruktiv-kritisch beleuchtet" werden, um Lehren für die Zukunft zu ziehen.
© dpa | Abb.: Deutsche Bahn AG / Michael Neuhaus | 16.07.2026 14:52









