"Wir haben unsere Hochofenproduktion drosseln müssen", sagte ein Sprecher des Branchenriesen Salzgitter. Gleiches gilt für Weltmarktführer Arcelor Mittal. "Die Situation an unserem Standort Eisenhüttenstadt hat eine kritische Zuspitzung erreicht", sagte ein Sprecher der deutschen Landesgesellschaft. "Unsere Erzreserven dort sind weit unter den notwendigen Sicherheitsreserven."
Auch andere wichtige Branchen berichten über Schwierigkeiten beim Transport per Schiene, etwa die Autohersteller. Die deutsche Automobilindustrie könne eine Reduktion der verfügbaren Transportkapazitäten auf der Schiene bestätigen, sagte eine Sprecherin des Verbands der Automobilindustrie (VDA). Seit 2022 werde in der Branche deswegen mehr und mehr Verkehr auf die Straße zurückverlagert.
Betroffen ist zudem die Chemieindustrie, die zu den wichtigsten Bahnkunden gehört. Knapp 25 Millionen Tonnen chemische Erzeugnisse werden jährlich mit Zügen durch Deutschland gefahren, darunter viele Gefahrgüter, aber auch Rohstoffe zur Versorgung der Produktion, teilte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) mit. Allerdings komme es zuletzt immer wieder auch zu Beeinträchtigungen der Produktion, wenn etwa Rohstoffe verspätet eintreffen oder Produkte nicht abgefahren werden können, weil die Lagerkapazitäten an den Chemiestandorten begrenzt sind. Und die Kosten würden stetig steigen.
"Die Bahn muss dringend nachsteuern", forderte VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup. Vor allem bei Planung und Koordination - und bei der Priorisierung. Der Güterverkehr müsse auf Umleitungsstrecken Vorrang erhalten, forderte Große Entrup. Schienenersatzverkehr sei bei Personenzügen möglich und üblich, beim Gütertransport funktioniere das aber nicht.
Absender: dts Nachrichtenagentur | Abb.: via dts Nachrichtenagentur (Archiv) | 27.06.2026 12:12









