Hamburg und Schleswig-Holstein
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Elektrifizierung Eidelstedt-Kaltenkirchen begonnen

Hamburg und Schleswig-Holstein haben am Montag mit der Elektrifizierung der S-Bahnlinie S21 zwischen Eidelstedt und Kaltenkirchen (Kreis Segeberg) begonnen.
Dachstromabnehmer an Oberleitung
Einholmstromabnehmer einer Ellok der Baureihe 147, © Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben
Nach dem Einbau von Stromschienen und Oberleitungen sollen Fahrgäste von Ende 2025 an ohne Umstieg von Kaltenkirchen über den Hamburger Hauptbahnhof bis nach Stade in Niedersachsen fahren können, wie die Bahngesellschaft AKN mitteilte. Bislang fährt die S21 von der Elbgaustraße über Eidelstedt bis Aumühle östlich der Hansestadt. Den Angaben zufolge übernimmt der Bund gut 80 Prozent der förderfähigen Kosten für das 120-Millionen-Euro-Projekt.

"Wir erwarten zwischen Eidelstedt und Kaltenkirchen mit Aufnahme des S-Bahnbetriebs bis zu 30 Prozent mehr Fahrgäste als zuvor", sagte der Hamburger Verkehrssenator Anjes Tjarks. In ihrem Umfeld profitierten künftig mehr als 24 000 Hamburgerinnen und Hamburger von einer schnellen, schienengebundenen Verbindung sowie kürzeren Reisezeiten. Durch die neue Station Schnelsen Süd erhielten mehr als 4000 Menschen erstmals einen Schnellbahnzugang. "Zudem schaffen wir eine durchgängige, umsteigefreie und schnellere Verbindung von Kaltenkirchen nach Stade", sagte Tjarks.

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen betonte, mit der Elektrifizierung gingen Hamburg und Schleswig-Holstein einen weiteren Schritt in Richtung klimaneutraler Nahverkehr. "Ich bin sicher, dass wir durch das Projekt noch mehr Menschen für den ÖPNV begeistern können. Das ist wichtig, um die Klimaziele zu erreichen", sagte Madsen. Vor allem für die vielen Pendler am Hamburger Stadtrand werde die S21 viele Vorteile bringen.

In Zukunft soll die Verbindung zwischen Kaltenkirchen und Stade S5 heißen. Die S21 geht in der S2 auf, die nach Bergedorf und Aumühle fährt.

Angesichts der Einschränkungen durch die Bauarbeiten forderte der Landesverband Nord des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) statt des normalen Schienenersatzverkehrs Expressbusse. "Mit einem Expressbus auf dem Abschnitt Quickborn - Schnelsen wären Fahrgäste nur 10 Minuten länger unterwegs als ursprünglich mit der Bahn", sagte VCD-Nord-Vorstand Alexander Montana. Der Bus müsse in Quickborn jedoch so starten, dass er pünktlich zur Ankunft der AKN aus Kaltenkirchen in Ellerau die Fahrgäste aufnehmen könne. Ohne Expressbus bedeuteten die Bauarbeiten bis zu 30 Minuten längere Fahrzeiten und Zeitverluste von 10 Minuten beim Umsteigen, klagte der VCD.
© dpa | 17.01.2023 06:28

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