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14:36 Uhr

Bahnstrecke Münster-Sendenhorst: Gericht macht Weg für Bauarbeiten frei

Das Oberverwaltungsgericht lässt die ersten Bauarbeiten für die Bahnstrecke von Münster nach Sendenhorst vorläufig zu. Anwohner aus Münster sahen sich in ihren Rechten verletzt - zu Unrecht.
Gleisanlage
Gleisanlage, © Holger Schué / Pixabay
Die Bahnstrecke von Münster nach Sendenhorst im Kreis Warendorf kann voraussichtlich gebaut werden. Das hat Oberverwaltungsgericht des Landes Nordrhein-Westfalen in einem Eilverfahren entschieden. Damit können die im Planfeststellungsbeschluss vorgesehenen Arbeiten nach einer vorläufigen Einschätzung des OVG beginnen. 

15 Anwohner aus Münster hatten den Plan der Bezirksregierung Münster zur Reaktivierung der Strecke angegriffen. Der Beschluss des OVG ist nicht anfechtbar (Az.: 11 B 303/26.AK und 11 B 342/26.AK).

Zur Begründung teilte der 11. Senat des OVG mit, dass die Rechte der Antragsteller aus Münster nicht verletzt werden. Ihre Grundstücke werden für die Bauarbeiten nicht benötigt. "Sie können daher nur Fehler rügen, die ihre eigenen Rechte betreffen, und nicht eine umfassende gerichtliche Überprüfung des Planfeststellungsbeschlusses verlangen", heißt es in der Mitteilung des OVG. 

Auch der mangelnde Lärmschutz für Anwohner sei kein Grund, die Planung anzugreifen. Nach Überzeugung des OVG, das erstinstanzlich zuständig ist, sei nicht zu befürchten, dass die Lärmbelastungen die Zumutbarkeitsschwelle durch den Betrieb der Bahn überschreite. 

Am OVG sind noch sieben Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss anhängig. Darunter sind zwei der jetzt abgelehnten Eilverfahren. Fünf weitere Klagen sind von Anwohnern an der Strecke. Zwei Klagen betreffen Grundstücke, die im Gegensatz zu den Fällen aus Münster auch direkt vom Ausbau betroffen sind, teilte das OVG mit. Wann darüber entschieden wird, ist derzeit noch offen. 

Am 30. Januar 2026 hatte die Bezirksregierung Münster den Planfeststellungsbeschluss für die geplante Reaktivierung der Bahnstrecke vom Hauptbahnhof in Münster bis Sendenhorst im Kreis Warendorf veröffentlicht.

Betrieb mit Batteriezügen

Durch die 21 Kilometer lange Strecke soll der Autoverkehr aus dem südöstlichen Münsterland in die Innenstadt von Münster verringert werden. Betrieben werden soll die Strecke von der Westfälischen Landes-Eisenbahn (WLE). Zum Einsatz kommen batteriebetriebene Züge, die im Hauptbahnhof in Münster geladen werden. Der Bau von Oberleitungen ist somit nicht notwendig.

Pro Stunde sollen von Münster bis in den Stadtteil Wolbeck drei Züge fahren, zwei davon rollen weiter bis Sendenhorst. Die reaktivierte Strecke ist Teil des Plans "S-Bahn Münsterland", mit dem mit einem dichteren Takt auf neun Linien die Region auf der Schiene langfristig besser vernetzt werden soll.
© dpa | 22.10.2026 14:36

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