"Wir haben uns entschieden, das Familienticket, das wir zunächst zeitweise für die Sommerferien eingeführt hatten, dauerhaft ins Sortiment aufzunehmen", sagte Palla. In den Sommerferien habe das Angebot für einen deutlichen Zuwachs gesorgt: "Wir haben 100.000 Familien mehr als im vergangenen Jahr an Bord unserer Züge begrüßen dürfen."
Die verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Isabel Cademartori, sprach von einem starken Signal für bezahlbare Mobilität. "Für knapp 100 Euro hin und zurück inklusive Sitzplatzreservierung für bis zu fünf Personen wird die Schiene für Familien zu einer echten Alternative zum Auto."
Das Familienticket soll ab 1. November dauerhaft angeboten werden. Nach Angaben Pallas beginnt der Verkauf am 26. Oktober – zu denselben Konditionen und inklusive Reservierung. Während der diesjährigen Sommerferien hatte die bundeseigene Deutsche Bahn ein Pauschalticket für Familien angeboten.
Bilger begrüßt Familienticket bei der Bahn
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) begrüßt die Ankündigung der Deutschen Bahn, das Familienticket wieder einzuführen. "Die dauerhafte Einführung des Familientickets freut mich als Bundesverkehrsminister, aber auch ganz persönlich als Familienvater sehr. Für viele Familien in Deutschland ist die Bahn das Verkehrsmittel der Wahl, wenn es in den Urlaub oder zu den Großeltern geht", sagte Bilger der "Bild-Zeitung" (Montagsausgabe).
Deshalb sei es ihm ein wichtiges Anliegen gewesen, "dass die Bahn nach der Abschaffung der Familienreservierung wieder ein attraktives Angebot für Familien" schaffe. "Ich halte es für den richtigen Schritt, dass die Deutsche Bahn dies nun dauerhaft umsetzt", so der Verkehrsminister weiter. Gerade angesichts hoher Spritpreise sei das Familienticket ein starkes Signal für klimafreundliche Mobilität auf der Schiene.
Palla: Kein schneller Sprung bei Pünktlichkeit
Mit Blick auf die Pünktlichkeit der Bahn dämpfte Palla die Erwartungen. Das Schienennetz sei über viele Jahre vernachlässigt worden. "Ein Großteil unserer Anlagen ist zu alt, zu störanfällig und fällt zu oft aus. Wir können das System nur Stück für Stück erneuern und nicht in ein oder zwei Jahren aufholen, was lange Jahre versäumt wurde", sagte Palla.
Besonders heiße Sommer verschärften die Probleme. "Viele Anlagen sind nicht darauf ausgelegt, mehrere Tage Temperaturen von über 35 Grad auszuhalten. Weichenantriebe fallen dann beispielsweise aus", sagte Palla. "Das hätte alles schon lange ausgetauscht werden müssen. Das ist nicht passiert, und jetzt erleben wir die Folgen", sagte die Bahn-Chefin.
"Deshalb wird es keinen schnellen Sprung bei der Pünktlichkeit geben", betonte Palla. Die Sanierung des Schienennetzes werde mindestens zehn Jahre dauern: "Erst wenn wir einen Großteil der Anlagen erneuert haben, wird es spürbare Verbesserungen geben. Und das geht nicht von heute auf morgen."
Absender: dpa, dts Nachrichtenagentur, schiene.de | Abb.: Deutsche Bahn AG / Dominic Dupont (Symbolbild) | 04.10.2026 08:03








