Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach (SPD) zeigte sich auch mit den neuen Plänen nicht ganz zufrieden. "Auch wenn dadurch möglicherweise eine einzelne sehr lange Sperrung vermieden wird, wären die verkehrlichen Einschränkungen auf dem Ost-Ast des RE1 über viele Jahre hinweg erheblich", sagte er. "Aus Sicht des Landes ist das noch keine nachhaltige Entlastung der Fahrgäste." Das habe er in einem Schreiben an die Deutsche Bahn im August deutlich gemacht. Der Linke-Bundestagsabgeordnete Christian Görke sprach von einer Mogelpackung. "Statt das Baustellen-Chaos grundlegend zu lösen, wird die Belastung einfach nur aufgeteilt und über Jahre gestreckt", sagte er.
Nahverkehr zwischen Berlin und Fürstenwalde
Die Bahn will die Sperrung teilen. "Die Aufteilung in zwei mal vier Monate Totalsperrung bezieht sich nicht auf die gesamte Strecke, wie es ja ursprünglich geplant war", sagte der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, Alexander Kaczmarek. "Wir können bei dieser Lösung tatsächlich sicherstellen, dass der Nahverkehr zwischen Berlin und Fürstenwalde im Jahr 2029 weitestgehend ungestört verlaufen kann." Im Jahr 2030 gelte das in der zweiten Bauphase von März bis Mai und im Juni bis Fangschleuse.
Der Bahnmanager sagte, es gebe die Verpflichtung, das europäische Zugsicherungssystem ETCS auf dieser wichtigen internationalen Verbindung Berlin-Frankfurt/Oder bis 2030 einzurichten. "ETCS bedeutet halt tatsächlich, ein komplett neues Leit- und Sicherungssystem für eine solche Strecke aufzubauen - und das kann man eben notgedrungenerweise nicht unter dem rollenden Rad."
Sanierung der Oberleitungen kommt später
Die Deutsche Bahn verzichtete auf mehrere Alternativen. Eine Variante hätte 11,5 Monate Sperrung 2029 - fast ein Jahr - bedeutet. Das lehnte die Bahn-Tochter DB InfraGo wegen des Engpasses ab. Bei einer anderen Variante hätte die Sperrung 23,5 Monate - knapp zwei Jahre - gedauert, wäre aber eingleisig gewesen. Das lehnte das Eisenbahnunternehmen ODEG wegen der Dauer ab. Eine weitere Variante wären neun Monate Streckensperrung in zwei Jahren gewesen, die Bahn-Tochter verwies aber auf Personalengpässe bei der Stellwerksanierung.
Die Sanierung der Oberleitungen wird auf 2033 und 2035 verschoben. "Es gibt einfach im Moment viel zu wenig Kapazitäten auf dem Markt, und deswegen haben wir diese Anteile herausgenommen und dann in die Jahre 33 und 35 verschoben", sagte der Konzernbevollmächtigte.
Der RE1 ist eine wichtige Pendler-Strecke, die Strecke ist auch Teil der Zugverbindung von Berlin nach Warschau. Auch in diesem Jahr gab es eine Streckensperrung für den Regionalexpress RE1 zwischen Berlin und Frankfurt (Oder), sie wurde noch verlängert.
© dpa | Abb.: NASA GmbH (Archiv) | 10.09.2026 17:31







