Ausbau und Elektrifizierung unklar
18:38 Uhr

Thüringen: Ausschreibung im Regionalverkehr gestoppt

Die Mitte-Deutschland-Verbindung durch Thüringen ist für Bahnfahrer ein Reizthema. Seit Jahren wird über die Elektrifizierung und den Ausbau geredet - nun wird eine Ausschreibung gestoppt.
Die Strecke Weimar – Gera – Gößnitz wird durchgehend elektrifiziert (April 2019)
Die Strecke Weimar – Gera – Gößnitz wird durchgehend elektrifiziert (April 2019), © DB Netz AG
Das Thüringer Verkehrsministerium verschiebt wegen Verzögerungen beim Ausbau der Mitte-Deutschland-Verbindung Ausschreibungen im Regionalverkehr. Grund seien die noch fehlenden Finanzierungsvereinbarungen zwischen dem Bund und der Deutschen Bahn für den Ausbau und die Elektrifizierung der Strecke zwischen Weimar, Jena, Gera und Gößnitz, teilte das Verkehrsministerium in Erfurt auf Anfrage mit. Zuerst hatte MDR Thüringen darüber berichtet.

Konkret geht es nach Ministeriumsangaben um Korrekturen bei der Ausschreibung des "Thüringer Elektro-Netzes" und Verkehrsleistungen auf der Mitte-Deutschland-Verbindung. Eigentlich sei der Verkehr auf der Strecke mit elektrischen und batterieelektrischen Fahrzeugen für Dezember 2030 vorgesehen gewesen. Das gelte nach derzeitigem Stand als unrealistisch, so das Ministerium. 

Voigt rechnet mit Umsetzung des Großprojekts

Der zweigleisige Ausbau und die Elektrifizierung der Mitte-Deutschland-Verbindung zwischen Weimar und Gößnitz sei auf Drängen der Landesregierung im Regierungsentwurf des Bundeshaushalts 2027 enthalten, aber noch nicht vom Bundestag beschlossen. "Daher ist ein Baubeginn aktuell nicht klar absehbar und die eigentlich geplante bauliche Realisierung des Projekts bis 2030 inzwischen nicht mehr realistisch", erklärte das Thüringer Verkehrsministerium. 

Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) bezeichnete die Aufnahme des Großprojekts in den Entwurf des Bundeshaushalts als Thüringer Erfolg. Schließlich gehe es um Investitionen in einer Größenordnung von 700 Millionen Euro, sagte Voigt im Landtag in Erfurt. Es gehe auch darum, eine Fernverkehrslücke zwischen Chemnitz in Sachsen und Weimar in Thüringen zu schließen. Er sei optimistisch, dass das Projekt, über das seit vielen Jahren diskutiert werde, nun umgesetzt wird. Laut Ministerium handelt es sich dabei um das größte Infrastrukturprojekt im Freistaat.
© dpa | Abb.: DB Netz AG | 09.09.2026 18:38

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