Die Spiekerooger Pferdebahn von 1885 wurde einst für den Transport von Waren genutzt, heute ist eine Mitfahrt vor allem bei Touristen beliebt. Sie zählt zu den Besonderheiten der Nordseeinsel. Die Idee, die Pferdebahn als Hochzeitsort zu nutzen, gebe es schon länger auf der Insel, sagte Kösters.
Persönlich, geschichtsträchtig und mitten in der Natur
Für die Trauungen soll ein besonderer Wagen genutzt werden, der von Pferd Tamme gezogen wird. "Das ist ein geschlossener, historischer Wagen, der bislang weitgehend ungenutzt im hinteren Teil des Bahnhofs stand", sagte der Bürgermeister. Für große Hochzeitsgesellschaften ist der allerdings nicht ausgelegt. Rund acht Personen finden darin Platz.
Die meisten Paare, die auf Spiekeroog heirateten, würden sich aber ohnehin im kleinen Familien- und Freundeskreis das Ja-Wort geben, sagte Kösters. Mit dem historischen Wagen werde nun ein Trauort geschaffen, der genau zu Spiekeroog passe: klein, persönlich, geschichtsträchtig und mitten in der Natur.
Wie die Trauungen ablaufen
Für die Trauzeremonie steigen das Brautpaar, die kleine Hochzeitsgesellschaft und die Standesbeamtin in den geschmückten Pferdebahnwagen. Während der Fahrt zu heiraten, sei rechtlich nicht erlaubt, sagte Bürgermeister Kösters. Aber Pferdebahnbetreiber Christian Roll halte den Wagen nach einer kleinen Fahrt mitten in den Salzwiesen der Insel. "Da öffnet sich unsere Salzwiesenlandschaft, da ist man ganz in der Natur", sagte der Rathauschef. Nach der Trauung geht es dann zurück mit einem PS ins Inseldorf.
Noch gebe es keine Anfragen für eine Hochzeit im Pferdebahnwagen, sagte Kösters. Aber die Hochzeitspaare, die in diesem Jahr auf Spiekeroog noch heiraten werden, seien über die neue Möglichkeit schon informiert worden. Im Schnitt heiraten etwa 50 Paare pro Jahr auf der rund 850 Einwohner zählenden Insel. Bislang waren standesamtliche Eheschließungen nur im Inselmuseum sowie im Ratssaal und im kleinen Trauzimmer im Rathaus möglich.
Welche Hochzeitsorte andere Inseln bieten
Heiraten auf den Ostfriesischen Inseln ist beliebt. Dafür gibt es mehrere besondere Orte. Die Stadt Borkum richtete im vergangenen Jahr am Nordbad mit Blick auf die Nordsee ein "Strandesamt" ein. Auch auf Baltrum und Norderney sind Trauungen am Strand möglich - etwa in Badekarren, einem Rettungsturm oder einem Pavillon.
© dpa | Abb.: Nordseebad Spiekeroog GmbH | 13.07.2026 05:28






