Bis Mitte Dezember sollen unter anderem Gleise, Weichen, Oberleitungen, Signaltechnik, Brücken, Tunnel, Bahnübergänge und Bahnhöfe erneuert und modernisiert werden. Ziel ist es unter anderem, die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit des Bahnverkehrs zu verbessern, wie die DB erläuterte. In die Korridorsanierung der rechten Rheinstrecke, die unter anderem durch den Rheingau und das Mittelrheintal verläuft, fließen demnach rund 1,6 Milliarden Euro.
Wie können Reisende ans Ziel kommen?
Laut Bahn gibt es ein umfangreiches Programm mit Ersatzbussen auf 13 Linien. "Diese bedienen die entfallenden Zughalte in Bahnhofsnähe und teils weitere gut erreichbare Haltestellen. Durch eine enge Taktung ergeben sich so zahlreiche Fahrtmöglichkeiten", teilte die Bahn mit. Expresslinien sorgten für möglichst schnelle Verbindungen zwischen Wiesbaden, Rüdesheim und Koblenz sowie zwischen Koblenz, Bad Honnef, Bonn-Ramersdorf und Troisdorf. Im Schülerverkehr sind zusätzliche Fahrten geplant.
Wo finde ich die Verbindungen?
Sämtliche Ersatzverbindungen sind elektronisch etwa über bahn.de, den DB Navigator oder die regionalen Apps der Verkehrsverbünde RMV, SPNV-Nord oder Go.Rheinland abrufbar, wie die Bahn mitteilte. Unter bahn.de/ersatzverkehr-rechter-rhein wurde eine spezielle Website zum Ersatzverkehr eingerichtet. Die Ersatzfahrzeuge sind laut Deutsche Bahn barrierefrei, verfügen über WLAN sowie früheren Angaben zufolge zum Teil über Toiletten an Bord.
Umstieg auf das Wasser
Auch Rheinfähren sind in das Ersatzverkehrskonzept eingebunden. Die Personenfähre "Nixe" quert den Fluss zwischen dem rechtsrheinischen Erpel und Remagen, wie der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV) mitteilte. Die Fähre sei eine zusätzliche Möglichkeit, Anschlüsse an das bestehende linksrheinische Verkehrsnetz zu erreichen.
Einschränkungen gibt es auch linksrheinisch
Während der fünfmonatigen Bauphase erneuern die Fachkräfte nach DB-Angaben rund 80 Kilometer Gleise, knapp 100 Kilometer Oberleitung, 160 Weichen und 10 Brücken oder setzen sie instand. Hinzu kommen unter anderem Arbeiten an 36 Bahnhöfen. Der Güterverkehr wird nach Bahn-Angaben während der Bauphase im Wesentlichen auf die Strecke am linken Rheinufer umgeleitet. Auch dort komme es zu Einschränkungen im Nahverkehr, es bestehe aber ein stabiles Grundangebot, hieß es.
Schranken bleiben geschlossen
Während der Totalsperrung sind mehrere Bahnübergänge zwischen Wiesbaden und Lorchhausen im Rheingau zum Teil dauerhaft geschlossen, da die Stellwerke außer Betrieb sind. Achtung: Die Gleise werden von Baufahrzeugen sowie Logistikzügen befahren. Umleitungen sind vor Ort ausgeschildert. Betroffen sind folgende Bahnübergänge:
- Wiesbaden-Biebrich, Gibber Straße (am Bahnhof), geschlossen vom 24. Juli bis 19. November
- Wiesbaden-Schierstein, Freudenbergstraße (am Bahnhof)
- Eltville, Wirtschaftsweg Höhe Wallufer Straße 16
- Eltville, Kiedricher Straße
- Erbach, Sudetenstraße/Boden
- Oestrich, Römerstraße
- Oestrich, Grenzstraße
- Rüdesheim, Rheinufer Höhe Marktstraße, geschlossen außer vom 30. bis 31. Juli
- Rüdesheim, Rheinufer Höhe Villa Sturm
- Assmannshausen, Dreikönigstraße
- Assmannshausen, Neugasse
- Lorchhausen, Rheinallee/Lorcher Straße
Anwohner sollen Balkongarnituren sichern
An mehreren Streckenabschnitten sollen tagsüber Hubschrauber zum Einsatz kommen, um neue Signale zu bringen und die alten abzutransportieren. Dabei werde es nicht nur laut, kündigte die Bahn an. "Durch die Rotoren können starke Luftbewegungen entstehen. Anwohnende werden folglich gebeten, bewegliche und leichte Gegenstände in Gärten, auf Terrassen und Balkonen vorsorglich zu sichern." Die geplanten Flugtage:
- 11. und 12. Juli: zwischen Troisdorf und Bad Honnef
- 10. bis 13. August: Niederlahnstein
- 24. bis 27. August: Rüdesheim und Eltville
- 7. bis 11. September: Loreley und Kamp-Bornhofen
- 21. bis 23. September: Oberlahnstein
© dpa | Abb.: Deutsche Bahn AG / Wolfgang Klee | 10.07.2026 05:41








