Leichter Rückgang 2025
21:02 Uhr

Bahn in Schleswig-Holstein bleibt trotz Baustellen gefragt

Trotz Baustellen und Zugausfällen ist die Auslastung im Bahnverkehr Schleswig-Holsteins hoch. Warum das Land jetzt in neue Akkuzüge investieren will.
RE im Bahnhof Westerland (Sylt)
DB Regio mit RE 6 im Bahnhof Westerland (Sylt), © Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben (Symbolbild)
Trotz eines leichten Rückgangs im Jahr 2025 bleibt die Auslastung im Bahnverkehr Schleswig-Holsteins hoch. "Viele Züge in Schleswig-Holstein sind gut gefüllt. Das ist erfreulich, weil es zeigt, dass der Nahverkehr trotz der vorhandenen Qualitätsprobleme attraktiv ist", sagte Verkehrsstaatssekretärin Susanne Henckel bei Vorstellung der Fahrgastzahlen der NAH.SH GmbH, die die für die Koordination der öffentlichen Mobilität in Schleswig-Holstein zuständig ist.

Die Nachfrage sei von 2019 bis 2025 um 19,7 Prozent gewachsen. Der Wert für die sogenannten Personenkilometer (PKM) stieg in diesem Zeitraum von 1,98 Milliarden auf 2,37 Milliarden. Die Anzahl der Fahrgäste legte von 2019 bis 2025 um rund 2,7 Prozent auf rund 66,7 Millionen zu. Der PKM-Wert misst die Verkehrsleistung, er ergibt sich aus der Anzahl der Fahrgäste multipliziert mit der Länge der zurückgelegten Distanz.

Im Jahr 2025 sank die Verkehrsleistung laut NAH.SH allerdings um 2,7 Prozent. Vor allem die vielen Zugausfälle durch Baustellen hätten sich negativ ausgewirkt. Staatssekretärin Henckel: "Wir dürfen uns jetzt aber nicht zurücklehnen, sondern müssen für die größere Nachfrage auch ausreichende Kapazitäten anbieten. Deswegen wollen wir unter anderem 20 zusätzliche Akkuzüge bestellen."

Auch in den kommenden Jahren gibt es Baustellen

Allerdings würden auch in den kommenden Jahren zahlreiche Baustellen für eine vorübergehende Behinderung des Bahnverkehrs sorgen. Zuletzt hatte die Sanierung des Hochleistungskorridors Hamburg-Berlin für monatelange Sperrungen der Linien Hamburg-Schwerin und Lübeck-Lüneburg gesorgt. In diesem Sommer ist der Hamburger Hauptbahnhof aus Richtung Norden für einige Wochen nicht zu erreichen.

"Wenn wir den Baustelleneffekt mit dem vielen Ersatzverkehr mit Bussen herausrechnen, ist auch für 2025 von einer leichten Nachfragesteigerung auszugehen", sagte NAH.SH-Geschäftsführer Arne Beck: "Die grundsätzliche Tendenz bleibt: Es nutzen mehr Menschen den Nahverkehr. Umso wichtiger ist es, dass die Bahnunternehmen die Qualitätsthemen in den Griff bekommen, die heute unser Wachstum noch etwas bremsen."
© dpa | Abb.: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben (Symbolbild) | 09.07.2026 21:02

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