Der durchgehende Zugverkehr sei damit erst wieder zum Beginn der Sommerferien in Bayern möglich, hieß es. Der Ersatzverkehr mit Bussen und die Zugumleitungen blieben bis zur späteren Wiederinbetriebnahme bestehen.
Bahn bittet um Entschuldigung
"Wir bitten in aller Form um Entschuldigung", teilte der für die Infrastrukturplanung verantwortliche Vorstand bei der Bahn-Infrastrukturgesellschaft InfraGo, Gerd-Dietrich Bolte, mit. "Gleichzeitig gilt: Sicherheit steht im Eisenbahnbetrieb an erster Stelle. Wir werden mit den beteiligten Firmen alles daransetzen, die verbleibenden Arbeiten in Bayern schnellstmöglich zu erledigen."
Es ist in diesem Jahr bereits die zweite Verspätung bei den sogenannten Generalsanierungen, mit denen die Bahn bis Mitte der 30er Jahre mehr als 40 wichtige Verkehrskorridore umfassend sanieren will. Die Strecken werden dafür jeweils für mehrere Monate komplett gesperrt. Das Konzept ist insbesondere bei den Wettbewerbern der Bahn und Teilen der Politik unbeliebt, weil es für den Güterverkehr lange Umwege vorsieht und auch für Fahrgäste in den Regionen eine große Belastung ist.
Die Güterzugbetreiber protestierten: "Die Unternehmen im Schienengüterverkehr arbeiten zurzeit täglich am Limit, auch wegen der Vielzahl schlecht koordinierter Baustellen", klagte eine Sprecherin des Verbands der Güterbahnen. "Sie erst drei Tage vor einer weiteren Verlängerung darüber zu informieren, dass eine wichtige Strecke doch nicht zur Verfügung steht, ist nicht akzeptabel." Die verlängerte Sperrung auf der Strecke überschneide sich nun länger mit der am 14. Juni gestarteten Korridorsperrung zwischen Obertraubling und Passau.
Schon Hamburg-Berlin war verzögert
Im Juni war die Bahnstrecke Hamburg-Berlin mit sechswöchiger Verspätung wieder in Betrieb gegangen. Hier hatte im Frühjahr der Frost dafür gesorgt, dass Tiefbauarbeiten nicht durchgeführt werden konnten.
Die erste sogenannte Korridorsanierung der Bahn in Bayern zwischen Nürnberg und Regensburg läuft seit Februar. Statt viele Bauarbeiten im laufenden Betrieb einzeln über einen langen Zeitraum zu planen, sollte die vielbefahrene Strecke während einer fünfmonatigen Vollsperrung somit umfangreich erneuert werden, sodass die Züge dort langfristig zuverlässiger fahren können - mit weniger Störungen und Verspätungen. Zusätzlich laufen an 20 Halten entlang der Strecke Bauarbeiten.
Auf der Route sind laut Bahn täglich normalerweise mehr als 350 Fern-, Regional- und Güterzüge unterwegs. Zur Halbzeit der Sanierungsarbeiten Ende April hatte die Bahn noch verkündet, die Wiederinbetriebnahme wie geplant am 10. Juli zu schaffen.
© dpa | Abb.: Deutsche Bahn AG / Thomas Kiewning | 07.07.2026 19:43







