Güterverkehr betroffen
Gestern, 21:13 Uhr

Abstriche bei Sanierung der Strecke Hamburg-Hannover

Vom 1. Mai bis zum 10. Juli wird die Bahnstrecke Hannover-Hamburg in Teilen saniert. Dafür müssen Pendler Umwege in Kauf nehmen. Was nicht geschafft wird, soll 2029 nachgeholt werden.
Korridor Hannover-Hamburg
Korridor Hannover-Hamburg: DB Cargo mit Baureihe 152 und einem Containerzug rollt aus dem Überholgleis, © Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben
Die Erneuerung der Bahnstrecke Hamburg-Hannover vom 1. Mai bis zum 10. Juli wird weniger umfangreich ausfallen als ursprünglich geplant. Der Grund dafür sei die Rücksichtnahme auf die länegr dauernde Korridorsanierung Hamburg–Berlin, teilte die Deutsche Bahn am Mittwoch mit. So sollen nur noch rund 66 Kilometer Gleis, 36 Weichen, sechs Weichenheizungen und zwei Kilometer Oberleitung modernisiert werden. Damit werde das Notwendigste repariert, alles andere in die Korridorsanierung vom 5. Januar bis 22. Juni 2029 geschoben.

Die Strecke wird für den Bahnbetrieb ab dem 1. Mai (21.00 Uhr) zunächst abschnittweise, ab dem 14. Juni komplett gesperrt werden. Der Fernverkehr zwischen Hamburg und Hannover wird umgeleitet. Für den Regionalverkehr wurde ein Ersatzkonzept entwickelt. Zwischen Hannover und Celle fahren zusätzliche S-Bahnen. Zwischen Lüneburg und Hamburg sowie teilweise sogar bis Uelzen wird es ein Grundangebot mit Zügen geben, zwischen Langenhagen und Lüneburg fahren Ersatzbusse.

Seit Jahren gilt die Trasse Hannover-Hamburg mit einer Auslastung von 147 Prozent als chronisch überfordert, die Infrastruktur als baufällig. Wegen der vielen Störungen setzt die Bahn vor die Generalsanierung 2029 eine Bauphase, die sie "Qualitätsoffensive" nennt. 

"Bei der Qualitätsoffensive bündeln wir in zehn Wochen viele unterschiedliche Arbeiten zur Erneuerung und Instandhaltung der wichtigen und hochfrequentierten Strecke zwischen Hamburg und Hannover", sagte Dieter Olliges, Projektleiter der DB InfraGo. Das Vorhaben auf der 163 Kilometer langen Strecke sei ein Balanceakt in eingekürzter Bauzeit. Das große Ziel seien weniger technische Störungen. 

Güterverkehr betroffen

Besorgt über die Sperrung zeigen sich Unternehmen im Schienengüterverkehr. Die Strecke Hamburg–Hannover ist eine zentrale Verbindung für den Güterverkehr – besonders für Transporte vom Hamburger Hafen in Richtung Italien sowie nach Südost- und Osteuropa. "Die Bezeichnung Qualitätsoffensive für diese Sperrung greift aus unserer Sicht zu kurz: Die geplanten Maßnahmen entsprechen faktisch einer Korridorsanierung, wie sie die DB auf vielen Strecken in ganz Deutschland umsetzt, und bringen entsprechend weitreichende Einschränkungen mit sich", heißt es vom Verband Die Güterbahnen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen für die Unternehmen seien erheblich. 

Besonders kritisch wird die zeitliche Überschneidung mit der verzögerten Korridorsanierung Hamburg–Berlin bewertet. Ursprünglich sollten sich die Maßnahmen nicht überlagern, inzwischen sei genau dies der Fall. "Zwar hat die InfraGo auf die veränderte Lage mit einem angepassten Sperrkonzept reagiert, doch bestehen Zweifel, ob dieses in der Praxis ausreichend funktioniert." Die Strecke Hamburg-Berlin soll am 14. Juni wieder vollständig in Betrieb gehen, sechs Wochen später als ursprünglich geplant.
© dpa | Abb.: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben | 22.04.2026 21:13

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