Für die Bahn ist es der Endspurt beim derzeit aufwendigsten Projekt in Nordrhein-Westfalen. Denn bis zum 18. Mai sollen viele Arbeiten abgeschlossen sein, so dass dann zum ersten Mal seit mehr als eineinhalb Jahren wieder alle Nah- und Fernverkehrszüge auf der Strecke nach regulärem Plan fahren können. Auf einem Teil des Abschnitts sollen Züge dann auf drei Gleisen fahren, so dass sich Regionalzüge, Fernzüge und Güterzüge besser überholen können.
Arbeiten für ein Prestigeprojekt der Verkehrspolitik
Der rund 73 Kilometer lange Abschnitt gehört zum europäischen Güterverkehrskorridor von Rotterdam nach Genua, einem Prestigeprojekt der europäischen Verkehrspolitik. Seit November 2024 ist die Strecke wegen der Bauarbeiten wechselweise ganz gesperrt oder nur eingleisig befahrbar.
Bis zum endgültigen Abschluss der Arbeiten wird es zwar noch viele Jahre dauern. Allerdings sind dafür laut Bahn erst mal keine langen Sperrungen mehr nötig.
Umleitungen und Ersatzbusse für Reisende
In den kommenden vier Wochen brauchen Reisende am Niederrhein aber noch einmal Geduld. ICE-Züge vom Rheinland in die Niederlande werden umgeleitet und brauchen länger als sonst für die Strecke. Im Nahverkehr müssen Pendler auf den Linien RE5, RE8, RE13, RE19 und RE49 Umleitungen in Kauf nehmen oder auf Ersatzbusse umsteigen.
Einige Ersatzbusse fahren alle Bahnhöfe entlang der Strecke ab. Es gibt aber auch Expressbusse, die nur die großen Bahnhöfe Oberhausen, Wesel und Emmerich verbinden und bis nach Arnhem in den Niederlanden fahren.
Herausforderung Wesel-Datteln-Kanal
Eine besondere Herausforderung für Ingenieure und Bauarbeiter ist in der aktuellen Bauphase die Überquerung des Wesel-Datteln-Kanals. Die neue Brücke über den Kanal wird nicht nur breiter, sondern auch 1,5 Meter höher als die alte, damit die immer größeren Schiffe auf der Bundeswasserstraße darunter durchpassen.
Weil schwere Güterzüge nicht mit starken Steigungen klarkommen, mussten die Gleise auf mehreren Kilometern Länge zwischen Voerde und Wesel auf das neue Höhenniveau angepasst werden. Dafür mussten auch andere Brücken, Oberleitungen und sogar ein Bahnhof angehoben werden.
© dpa | Abb.: Deutsche Bahn AG / Georg Wagner | 20.04.2026 05:46








