"So kurz vor Schluss ist die Anspannung nochmal groß, denn wir wollen die Strecke für die Fahrgäste natürlich pünktlich in Betrieb nehmen", sagte Ventzke. Auf einem Teil des Abschnitts können die Züge dann auf drei Gleisen fahren, so dass sich Regionalzüge, Fernzüge und Güterzüge besser überholen können.
Seit November 2024 ist die Strecke wegen der Bauarbeiten wechselweise ganz gesperrt oder nur eingleisig befahrbar. Fernzüge werden während der Sperrungen umgeleitet, Pendler müssen auf Ersatzbusse umsteigen und wichtige Industrie-Kunden sind immer wieder vom Transport über die Schiene abgeschnitten.
Eine letzte vierwöchige Totalsperrung beginnt laut Bahn am kommenden Montag (20.4.). Ab dem 18. Mai sollen alle Züge dann erstmals seit mehr als eineinhalb Jahren wieder nach regulärem Plan fahren.
Arbeiten für ein Prestigeprojekt der Verkehrspolitik
Der rund 73 Kilometer lange Abschnitt gehört zum europäischen Güterverkehrskorridor von Rotterdam nach Genua, einem Prestigeprojekt der europäischen Verkehrspolitik. Die Pläne dafür wurden schon in den 1990er Jahren gefasst. Während die moderne Betuwe-Linie in den Niederlanden bis zur deutschen Grenze bereits 2007 fertiggestellt wurde, hängt Deutschland um Jahrzehnte hinterher.
Bis die für den internationalen Güterverkehr wichtige Strecke auch auf deutscher Seite durchgängig dreigleisig ausgebaut ist, wird es noch Jahre dauern. Allerdings sollen die Arbeiten am Niederrhein laut Bahn nun erst einmal ohne lange Sperrungen weitergehen.
Herausforderung Wesel-Datteln-Kanal
Eine besondere Herausforderung für Ingenieure und Bauarbeiter war zuletzt die Überquerung des Wesel-Datteln-Kanals. Die bestehende Brücke sollte nicht nur breiter, sondern auch 1,5 Meter höher werden, damit die immer größeren Schiffe auf der Bundeswasserstraße darunter durchpassen.
Weil schwere Güterzüge nicht mit starken Steigungen klarkommen, mussten die Gleise auf mehreren Kilometern Länge zwischen Voerde und Wesel auf das neue Höhenniveau angepasst werden. Dafür müssen auch andere Brücken, Oberleitungen und sogar ein Bahnhof angehoben werden.
Arbeiten laufen seit 2017
Insgesamt wird auf der Strecke seit 2017 gearbeitet. Seitdem seien bislang 52 Kilometer Gleise und 38 Kilometer Oberleitungen neu- oder umgebaut worden. Außerdem seien knapp 12 Kilometer Schallschutzwände errichtet, 62 Weichen erneuert und 45 Brücken entlang der Strecke erweitert oder neu gebaut worden, teilte die Bahn mit.
© dpa | Abb.: Deutsche Bahn AG / Stefan Wildhirt (Archiv) | 13.04.2026 14:21









