Beschwerdebrief
18:08 Uhr

Länder setzen Bahn bei Sanierung Berlin-Hamburg Frist

Die Verzögerung bei der Bahnsanierung Berlin-Hamburg bringt fünf Regierungschefs auf die Palme. Mit einem Brief an die Bahn-Chefin wird das Verkehrsprojekt auch zum Politikum.
Generalsanierung Hamburg-Berlin
Generalsanierung Hamburg-Berlin - Bauarbeiten in Büchen am 01.10.2025, © Deutsche Bahn AG / Oliver Lang
Angesichts der Verzögerung bei der Sanierung der Bahnstrecke Berlin-Hamburg erhöhen fünf Bundesländer den Druck auf die Deutsche Bahn. In einem Brief an Bahn-Chefin Evelyn Palla beschweren sich die Regierungschefs über das Vorgehen und setzen ein Ultimatum für einen neuen Zeitplan. 

Viele Pendler sind auf der zentralen Verkehrsachse der Bahn von den Bauverzögerungen betroffen. Wann die Züge auf der Strecke wieder regulär rollen, bleibt unklar.

Die Deutsche Bahn wies Vorwürfe der Länder-Chefs zurück und erklärte, sie habe schnell Transparenz über die aktuellen Risiken hergestellt. In einer Stellungnahme als Reaktion auf das Schreiben der Länder-Chefs teilte das Unternehmen weiter mit, die Baupartner hätten zusätzliches Personal aktiviert, das umgehend mit den Arbeiten beginnen könne, sobald das Wetter es zulasse.

Länder wollen Antwort zum Zeitplan bis 2. März 

Die Regierungschefs aus Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Schleswig-Holstein kritisieren, dass die Bahn über eine Verlängerung der Bauarbeiten entschieden habe, ohne die Länder vorher umfassend zu informieren und ohne abgestimmten, verlässlichen Zeitplan. "Wir erwarten eine Klärung und Ihre Antwort zu einem konkreten Maßnahmen- und Zeitplan bis zum 2. März 2026", heißt es in dem Brief an Bahn-Chefin Evelyn Palla, der der dpa vorliegt. 

Bahn bleibt bei bisheriger Vorlage des weiteren Terminplans

Die Bahn teilte danach mit: "Einen stabilen, realistischen und verlässlichen Terminplan legen wir, wie bereits am Montag angekündigt, am 13. März vor." Zudem seien Bund und Länder vor den Medien zu den Entwicklungen informiert worden. 

Bahn: Bauarbeiten dauern wegen Frost und Schnee länger

Die Bahn hatte am Montag bekannt gegeben, dass sie aufgrund des Winterwetters mit Frost und Schnee den Termin zur Fertigstellung der Streckensanierung Ende April nicht einhalten kann. Erst am 13. März will der bundeseigene Konzern mitteilen, wann auf der Strecke wieder Züge fahren können. Am Dienstag hieß es, es gehe um eine Verzögerung von "wenigen Wochen, nicht von Monaten".

Enge Abstimmung der Bahn mit betroffenen Ländern gefordert

Die Regierungschefs erwarten, dass die Bahn alle Ressourcen zur Fertigstellung der Steckensanierung bündelt und einen stabilen neuen Terminplan vorlegt, wie sie in ihrem gemeinsamen Brief schreiben. Dies müsse in enger Abstimmung mit den betroffenen Ländern, den betroffenen Kommunen und den Verkehrsunternehmen erfolgen. 

"Dieser Terminplan ist unverzüglich vorzulegen und fortlaufend zu kommunizieren." Zudem müsse die Bahn den weiteren Ersatzverkehr sicherstellen und alle Mehrkosten übernehmen. Die zusätzlichen finanziellen Lasten dürften nicht den Ländern, Kommunen oder Fahrgästen auferlegt werden.

Bahn: Kabel-Verlegung bislang nicht möglich

Die Bahn teilte zur Begründung der Bauverzögerung mit: "Die Verlegung von insgesamt 740 Kilometer Kabel ist bei Schnee und Eis technisch nicht möglich." Die Deutsche Bahn setze alles daran, den Rückstand aufzuholen. 

Verzögerung bei Strecke Hamburg-Hannover droht

Zugleich drohen Verschiebungen bei einer anderen wichtigen Strecke. "Die umfangreichen Bauarbeiten auf der Strecke Hamburg - Hannover, die planmäßig am 1. Mai beginnen sollen, würden wir bei einer Anpassung des Zeitplans für den Abschluss der Bauarbeiten auf der Strecke Hamburg - Berlin entsprechend verschieben."
© dpa | Abb.: Deutsche Bahn AG / Oliver Lang | 18.02.2026 18:08

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