Probleme in Hannover
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Transdev soll Millionenstrafe zahlen

Angesichts der Schwierigkeiten der S-Bahn Hannover mit fehlenden Wagen, Zugausfällen und Verspätungen verlangt die Region Hannover eine millionenschwere Strafzahlung. Insgesamt geht es nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur um 3,9 Millionen Euro, die der Betreiber Transdev bezahlen muss. Zuvor hatte die "Neue Presse" darüber berichtet.
Stadler Flirst 3XL des Betreibers Transdev Hannover GmbH
Stadler Flirst 3XL des Betreibers Transdev Hannover GmbH in Minden (Westf), © Leschek, CC
Ein Sprecher der Region Hannover wollte sich zu der Höhe der Strafzahlung nicht äußern, das Thema sei aber im vertraulichen Teil des Verkehrsausschusses verhandelt worden. Gänzlich ausgefallene Leistungen bezahle die Region nicht - und auch keine schlechten Leistungen, betonte der Sprecher. Transdev hatte sich in einem Bieterverfahren gegen den vorherigen Betreiber DB Regio durchgesetzt, seit drei Monaten erbringt der neue Betreiber die Leistungen.

Die S-Bahn Hannover kämpft mit fehlenden Wagen und dem Einsatz von Kurzzügen, die zu Stoßzeiten überfüllt sind. Der Betreiber räumte kürzlich ein, dass auf einzelnen Linien zeitweise verkürzte Züge unterwegs seien - und bedauerte Einschränkungen für die Fahrgäste. Schon zuvor hatte es Kritik an der Zuverlässigkeit der S-Bahn und des Betreibers gegeben, Kunden beschwerten sich über Zugausfälle, Verspätungen und schlechte Fahrgastinformation.

Dem Bericht zufolge entschuldigte sich ein Manager des Transdev-Gesellschafterunternehmens Remondis "für die Dinge, die wir zu verantworten haben". Transdev könne nichts für die derzeit zahlreichen Baustellen im S-Bahn-Netz. 13 von der Deutschen Bahn übernommene S-Bahn-Züge müssten zudem aufwendig überarbeitet werden.

Der S-Bahn-Betreiber Transdev erklärte, den Beschluss zur Kenntnis zu nehmen, zu laufenden, vertragsrelevanten Fragen jedoch nicht Stellung zu beziehen. Die S-Bahn Hannover halte sich "an die vertragliche Regel, entsprechende Fragen zunächst eingehend mit den Aufgabenträgern zu besprechen". Verspätungen und Ausfälle wirkten sich nicht positiv auf das Image aus, räumte die S-Bahn in einer Stellungnahme ein. Darin hieß es: "Wir arbeiten mit unserem Team und unseren Partnern intensiv und mit voller Kraft an Lösungen und werden zeigen, dass der S-Bahn-Betrieb erheblich besser wird."
© dpa | Abb.: Leschek, CC | 14.09.2022 09:42

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