Hamburg
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Digitale S-Bahn geht auf der Linie S2 in den regulären Betrieb

Beim ITS-Mobilitätskongress sorgte sie im vorigen Oktober für eine Weltpremiere. Nun geht sie in Hamburg in den regulären Betrieb, zumindest auf einer kleinen Strecke: Eine S-Bahn, die quasi von selbst anfahren, beschleunigen, bremsen und halten kann.
S-Bahn Hamburg - Baureihe ET 474
S-Bahn Hamburg - Baureihe ET 474, © Deutsche Bahn AG / Sophie Fiebeler
Premiere bei der Hamburger S-Bahn: Zum ersten Mal geht am Donnerstag eine vollautomatisch fahrende, digital gesteuerte S-Bahn in den Regelbetrieb. Mit zunächst vier eigens dafür umgebauten Zügen wird die Bahn auf der Linie S2 unterwegs sein.

Eigentlich war der Start im Bahnalltag bereits für den vorigen Dezember geplant. Das habe sich aber verzögert, sagte ein Bahnsprecher der dpa. Die Strecke der S2 verläuft von Altona über den Hauptbahnhof bis nach Bergedorf. Für den digitalen Betrieb ausgestattet ist bislang der Streckenabschnitt zwischen Berliner Tor und Bergedorf.

Die Bahn und der Technologiekonzern Siemens hatten die digitale S-Bahn im Oktober 2021 auf dem internationalen Mobilitätskongress ITS in der Hansestadt als Weltpremiere präsentiert. Anfahren, Beschleunigen, Bremsen und Halten erledigen die für den automatischen Betrieb umgebauten Züge der Baureihe 474 von selbst. Autonome Bahnen gibt es zwar schon länger. Neu ist laut Siemens das offene System, das mit jeder Bahn kompatibel sei, die die entsprechenden technischen Standards beherrsche.

Das Projekt "Digitale S-Bahn Hamburg" ist Teil des Vorhabens "Digitale Schiene Deutschland", mit dem die Bahn ihre Infrastruktur bis zum kommenden Jahrzehnt generell ins digitale Zeitalter bringen will. Bahnchef Richard Lutz kündigte im vorigen Herbst an, dass die Technologie in Zukunft schrittweise auf das gesamte S-Bahn-Netz der Hansestadt ausgedehnt werden soll. Der Vorteil: Die digitale Steuerung soll eine bis zu 30 Prozent höhere Kapazität ohne zusätzliche Gleise auf bestehenden Strecken ermöglichen, weil die Züge in knapperen Abständen verkehren können. Zudem sollen die Züge pünktlicher sein und weniger Energie verbrauchen.
© dpa | Abb.: Deutsche Bahn AG / Sophie Fiebeler | 14.09.2022 17:48

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