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Allianz pro Schiene fordert bundesweites Fahrrad-Ticket

Die Verbände Allianz Pro Schiene und Zukunft Fahrrad haben sich gemeinsam für eine einfachere Fahrrad-Mitnahme in Zügen sowie mehr Fahrrad-Stellplätze an Bahnhöfen starkgemacht.
Mit Fahrrad auf dem Bahnsteig
Ein Reisender schiebt ein Fahrrad über den Bahnsteig, © Deutsche Bahn AG / Max Lautenschläger
"Wir brauchen zur Startphase - und zwar synchron mit dem 49-Euro-Ticket - ein bundesweit digital buchbares, einheitliches Fahrradticket für ganz Deutschland", sagte Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz Pro Schiene, am Mittwoch in Berlin. Dabei sei vor allem ein Tagesticket wichtig. Nach Möglichkeit sollten so viele Fahrräder wie möglich an den Bahnhöfen geparkt werden - "da muss es eine gute Infrastruktur geben."

Wasilis von Rauch von Zukunft Fahrrad sagte, dass es eine Million zusätzliche Fahrradparkplätze an Bahnhöfen brauche. Kostenpunkt inklusive des Erwerbs entsprechender Flächen: geschätzt 6,7 Milliarden Euro. "Die Flächen sind sehr begrenzt in den Städten, insbesondere um die Bahnhöfe herum", sagte von Rauch. "Wir müssen insgesamt natürlich vor allem die Flächen vom ruhenden Verkehr einschränken und Flächen umverteilen in Richtung Umweltverbund."

Die beiden Verbände schlugen für die Entwicklung von Lösungen einen Masterplan Rad und Bahn vor. Zudem forderte Flege eine Beratungsstelle für das Thema Fahrradparken am Bahnhof in jedem Bundesland. Die Kommunen müssten vernetzt werden, damit nicht jede die gleichen Fehler mache.

In Eberswalde in Brandenburg wurde im Sommer ein Fahrrad-Parkhaus am Bahnhof eröffnet. Auf zwei Etagen gibt es dort Stellplätze für etwas mehr als 600 Fahrräder, auf dem Dach erzeugen Solarmodule den Strom für das Gebäude. "Es wird sehr gut genutzt. Im oberen Geschoss gibt es freie Plätze, da ist der erste Baum an der Bahnhofseingangstür doch noch etwas näher, aber ansonsten können wir uns nicht beklagen", sagte Silke Leuschner vom Stadtentwicklungsamt. Für ein Entgelt werden auch abschließbare Boxen angeboten - alle 60 seien vergeben.

Das 2,3 Millionen Euro teure Projekt wurde mit Fördergeldern der EU finanziert. Die Stadt geht davon aus, dass die Zahl der Pendler in den kommenden Jahren steigen wird.
© dpa | Abb.: Deutsche Bahn AG / Max Lautenschläger | 16.11.2022 14:46

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