Verkehrsministerkonferenz
05:45 Uhr

Wo bleibt die Vorpommern-Magistrale?

Im bayerischen Hohenschwangau treffen sich seit Mittwoch die Verkehrsminister der Länder. Es geht unter anderem um die Bahn – ein heißes Thema auch aus MV-Sicht.
Stralsund Hauptbahnhof
Das Empfangsgebäude des Hauptbahnhofs Stralsund der DB Sation&Service AG nach der Fassadenrenovierung und dem Fenstertausch im Konjunkturprogramm (KP) 2020., © Deutsche Bahn AG / Christian Bedeschinski (Symbolbild)
MV-Verkehrsminister Wolfgang Blank verlangt anlässlich der Verkehrsministerkonferenz im bayerischen Hohenschwangau endlich Taten des Bundes für den Ausbau der als Vorpommern-Magistrale bekannten Bahnverbindung Berlin – Greifswald – Stralsund – Sassnitz. "Wir erwarten, dass der Bund die notwendigen sieben Millionen Euro für erste Planungsleistungen im Bundeshaushalt 2027 absichert", erklärte der parteilose Politiker auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. "Im Zusammenhang mit dem LNG-Standort Mukran wurden klare Zusagen gemacht, die eingehalten werden müssen."

Der Ausbau der Vorpommern-Magistrale ist früheren Angaben zufolge mit etwa 500 Millionen Euro veranschlagt. Zwischen Berlin und Stralsund soll die vorhandene Strecke für eine Geschwindigkeit von 160 Kilometern pro Stunde ausgebaut werden. 

Der Bund hatte den beschleunigten Ausbau während der Diskussion um das umstrittene Rügener LNG-Terminal 2023 in Aussicht gestellt. In der Region kamen jedoch schon 2024 Zweifel an der Umsetzung wie versprochen auf. Das Bundesverkehrsministerium hatte das nötige Geld für die Planung dann für den Bundeshaushalt 2025 angemeldet – doch weiter ist bisher nichts passiert.

Schwerpunktthema Bahn

Die Bahn soll ein Schwerpunktthema bei der Verkehrsministerkonferenz, die seit Mittwoch läuft und heute endet, sein – und der Bund wird von den Länderministern mit Forderungen nach mehr Geld konfrontiert. "Der Bund muss seiner Verantwortung für eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur gerecht werden", sagte Blank. "Wir brauchen dringend mehr Regionalisierungsmittel, um das bestehende Angebot im Schienenpersonennahverkehr zu sichern." 

Die Länder haben nach Angaben aus dem Schweriner Ministerium bis 2031 einen zusätzlichen Bedarf von rund 14 Milliarden Euro errechnet. Steigende Trassenpreise – die Gebühren, die für die Schienenbenutzung an die DB InfraGo gezahlt werden müssen – würden die finanzielle Lage der Länder zusätzlich verschärfen. Und infolge von Gerichtsurteilen drohten bis 2028 weitere Steigerungen der Trassenpreise um rund 15 Prozent.

Hintergrund des Konflikts ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs, der im März die Trassenpreisbremse gekippt hatte, durch die die Unternehmen im Schienenpersonennahverkehr von stark steigenden Trassenpreisen ausgenommen waren. Diese Schienenmaut fällt für die drei Verkehrsarten Güter-, Fern- und Regionalverkehr unterschiedlich hoch aus. Im Schienenpersonennahverkehr will DB InfraGo für 2027 ein Plus von 7,7 Prozent, 2028 sollen die Gebühren noch einmal kräftig steigen. Das könnte auch die Ticketpreise teuer machen. 

Fernbahn-Anbindung von MV

Für Blank ist auch die Anbindung Mecklenburg-Vorpommerns an den Fernverkehr ein Thema. Eine langfristig gesicherte und attraktive Fernverkehrsanbindung des Landes sei essenziell, betonte er. Dazu gehörten regelmäßige Direktverbindungen in die großen Metropolen, verlässliche Anschlüsse sowie bedarfsgerechte Fahrzeiten für Pendlerinnen und Pendler, Geschäftsreisende, Studierende und Urlaubsgäste. Dass aktuell einige Fernverkehrszüge aus Mecklenburg-Vorpommern den wichtigen Knotenpunkt Hamburg Hauptbahnhof nicht mehr direkt anfahren und sich dadurch die Reisezeiten etwa aus Rostock und Schwerin spürbar verlängern, dürfe nur vorübergehend sein, forderte er.

Die Ankündigung der Deutschen Bahn von Anfang Oktober, täglich mehrere ICE-Züge aus Mecklenburg-Vorpommern bis zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember nicht mehr am Hamburger Hauptbahnhof halten zu lassen, hatte in MV für viel Kritik gesorgt. Stattdessen halten diese ICE aktuell nur in Hamburg-Bergedorf, dort müssen die Passagiere in einen Regio umsteigen.
© dpa | Abb.: Deutsche Bahn AG / Christian Bedeschinski (Symbolbild) | 22.10.2026 05:45

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