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"Die Bahn kann nicht erst Milliarden in die Strecke investieren und dann Mecklenburg-Vorpommern am Hamburger Hauptbahnhof vorbeifahren lassen. Die erneute Einschränkung der ICE-Verbindungen ist für unsere Region ein fatales Signal", sagte der Präsident der IHK zu Schwerin, Matthias Belke. Nach Monaten voller Baustellen, Umleitungen und Verspätungen werde jetzt auch noch der direkte Halt im Hamburger Hauptbahnhof gestrichen.
"Wieder vor vollendete Tatsachen gestellt"
Wieder seien die Betroffenen kurzfristig vor vollendete Tatsachen gestellt worden, bemängelt IHK-Präsident Belke. Eine solche Kommunikation sei nicht tragbar. "Das ist keine Verbesserung des Bahnverkehrs, sondern eine weitere Zumutung für die Menschen und Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern."
Die Region habe nach den vergangenen Monaten Anspruch auf eine verlässliche und leistungsfähige Fernverkehrsanbindung, sagt Belke. Die IHK zu Schwerin vertritt die Interessen von etwa 25.000 Unternehmen in Westmecklenburg gegenüber Politik und Verwaltung.
Am Vortag war bekanntgeworden, dass die Deutsche Bahn bis Mitte Dezember täglich mehrere ICE auf der Linie Binz/Greifswald Richtung Nordrhein-Westfalen/Hannover und umgekehrt nicht mehr am Hamburger Hauptbahnhof halten lässt - je drei Züge in beiden Richtungen. Stattdessen halten die Züge künftig nur in Hamburg-Bergedorf.
Deutsche Bahn will "Pünktlichkeit stabilisieren"
Der Schweriner Wirtschafts- und Verkehrsminister Wolfgang Blank (parteilos) hatte nach Angaben des Norddeutschen Rundfunks (NDR) enttäuscht auf die Maßnahme reagiert und der DB einen Brief geschrieben. Der Hamburger Hauptbahnhof sei ein wichtiger Knotenpunkt. Für viele Fahrgäste verlängere sich nun die Reisezeit und die Verbindung werde unattraktiver, hatte er demnach erklärt.
Die Deutsche Bahn begründete die Änderung damit, dass sie die Pünktlichkeit bundesweit stabilisieren wolle. Deshalb passe die Infrastrukturgesellschaft DB InfraGO das Fahrplankonzept bei wenigen, besonders störanfälligen Linien an. "Insbesondere bei langlaufenden Zugfahrten können bereits geringfügige Unregelmäßigkeiten entlang einer Strecke zu Verspätungen im weiteren Netzverlauf führen", hatte ein Bahnsprecher erklärt.
© dpa | Abb.: Deutsche Bahn AG / Jonas Wresch (Symbolbild) | 06.10.2026 12:48







