Im ersten Halbjahr 2025 seien 143 Gewaltdelikte zum Nachteil von Bahnmitarbeitern verübt worden, darunter fallen Mitarbeiter der Deutschen Bahn sowie weiterer Eisenbahnunternehmen. Genaue Zahlen zum ersten Halbjahr 2026 könnten noch nicht mitgeteilt werden, erklärt die Bundespolizei.
In die Statistik eingeflossen sind bei der Polizei angezeigte und in Hessen verübte Körperverletzungs- sowie Raubdelikte, zudem Straftaten gegen die persönliche Freiheit wie Nötigung und Bedrohung. Bei welcher Tätigkeit die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen angegriffen wurden, wird nicht erfasst. Rund 80 Prozent der Tatverdächtigen hätten in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres identifiziert werden können.
Knapp ein Drittel mehr Verletzte
Im ersten Halbjahr 2025 seien dabei 68 Bahnmitarbeiter verletzt worden, im ersten Halbjahr 2026 waren es laut Bundespolizei rund 30 Prozent mehr Verletzte. "Eine Differenzierung des Schweregrads von Verletzungen der Opfer wird bei uns statistisch nicht erfasst", erklärte die Polizei.
Die Zahlen stammen aus der Polizeilichen Eingangsstatistik (PES), erfasst würden die bei der Bundespolizei angezeigten Delikte. Sie könnten sich beispielsweise aufgrund von Nacherfassungen künftig geringfügig ändern, teilt die auch für Hessen zuständige Bundespolizeidirektion Koblenz mit.
Im Regionalverkehr stieg die Zahl der Delikte den Angaben zufolge um knapp 25 Prozent. Im ersten Halbjahr 2025 waren in dem Bereich 42 Delikte festgestellt worden.
Tödliche Attacke vor einem halben Jahr
Vor einem halben Jahr, Anfang Februar, starb ein 36 Jahre alter Zugbegleiter nach Faustschlägen gegen den Kopf bei einer Ticket-Kontrolle in Rheinland-Pfalz. Als Konsequenz wurden die Sicherheitsvorkehrungen erhöht.
Bei der Deutschen Bahn können nun mehr Beschäftigte mit Kundenkontakt eine Bodycam tragen, es wurden zudem Pilotprojekte mit zwei Zugbegleitern pro Zug und mit Sicherheitspersonal im Zug gestartet. Angekündigt wurden auch mehr Deeskalationstrainings und Selbstbehauptungsschulungen.
Am 18. Juli stürzte ein Sicherheitsmitarbeiter der Bahn in Baden-Württemberg nach einer Auseinandersetzung aus dem Zug und wurde dabei schwerst verletzt, inzwischen ist er außer Lebensgefahr.
© dpa | Abb.: Fabian Holtappels / Pixabay | 02.08.2026 08:25







