Nahverkehr
08:04 Uhr

Vorerst keine weiteren Warnstreiks in Hessen

Pendler in Frankfurt, Wiesbaden und Kassel können aufatmen. Nach einer ganzen Reihe von Warnstreiks im kommunalen ÖPNV gibt es eine Lösung. Doch noch sind Hürden zu nehmen.
U-Bahn in Frankfurt
U-Bahn in Frankfurt, © VGF
Die Gefahr weiterer Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr Hessens ist vorerst abgewendet. In der Nacht auf Dienstag haben sich die Tarifpartner auf einen Kompromiss geeinigt, berichtet die Gewerkschaft Verdi. Nun sollen die Mitglieder der Gewerkschaft befragt werden, ob ihnen das Ergebnis ausreicht. Details will Verdi im Laufe des Tages präsentieren. 

Zunächst hatten für diesen Donnerstag (19. März) erneute Arbeitsniederlegungen gedroht. Betroffen waren seit Februar in mehreren Wellen immer wieder die kommunalen Verkehrsbetriebe in Frankfurt, Wiesbaden, Gießen, Marburg und Kassel.

Während Pendler in Frankfurt auf S-Bahnen und Busse ausweichen konnten, standen die Bahnen und Busse der Kasseler Verkehrsgesellschaft nahezu komplett still. In Wiesbaden haben in den vorhergehenden Streikrunden die Busfahrer gestreikt. In Gießen und Marburg war nur ein Teil der Beschäftigten zu dem Warnstreik aufgerufen. Grund sind unterschiedliche Tarifverträge, wegen derer viele Beschäftigte nicht in den Warnstreikaufruf einbezogen sind.

Tarifverhandlungen laufen regional

Bei den regionalen Tarifverhandlungen fordert Verdi insbesondere deutlich bessere Arbeitsbedingungen – etwa durch kürzere Wochenarbeitszeit und Schichtzeiten, längere Ruhezeiten sowie höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende. 

Nicht die erste Verhandlungslösung

In anderen Bundesländern wie Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hamburg soll am Donnerstag gestreikt werden. In Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein gibt es hingegen bereits Einigungen. Verschont von Arbeitskämpfen blieb bisher vor allem Niedersachsen. Dort gilt bis Ende März eine Friedenspflicht ,während der nicht gestreikt werden darf.

"In vielen Ländern stehen wir – im vierten Monat der Tarifrunde – leider immer noch am Anfang", teilte die Vize-Vorsitzende von Verdi, Christine Behle, mit. "Die Zeiten seien schwierig, heißt es von den Arbeitgebern. Allerdings können wir uns Zögerlichkeit am Verhandlungstisch nicht leisten, es müssen dringend Lösungen her."
© Christian Ebner, dpa | 17.03.2026 08:04

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