Ausfälle und Verzögerungen
Älter als 7 Tage

Lage bei Berliner U-Bahn angespannt

Fahrgäste der Berliner U-Bahn erleben derzeit immer wieder Ausfälle und Verzögerungen. Auf nahezu allen Linien ist die Situation laut BVG angespannt. Das hat verschiedene Gründe.
Berliner U-Bahn
Berliner U-Bahn, © BVG (Archiv)
Ein veralteter Fuhrpark und technische Probleme führen seit Wochen immer wieder zu Ausfällen und Verspätungen bei der Berliner U-Bahn. "Wir haben bei den Fahrzeugen eine herausfordernde Situation", sagte der Betriebsvorstand der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Rolf Erfurt. Im sogenannten Kleinprofil, auf den schmaleren Linien U1 bis U4, sei es vor allem das hohe Alter der Fahrzeuge, das Probleme bereite. Manche der Züge sind demnach seit rund 60 Jahren im Einsatz. "Da hätten wir uns gefreut, wenn wir die neuen Züge deutlich früher hätten bestellen können", sagte Erfurt. 

Wegen rechtlicher Auseinandersetzungen rund um die Ausschreibung für neue Fahrzeuge hatte sich zunächst die Bestellung der jüngsten Baureihe lange verzögert. Dann führten Lieferschwierigkeiten beim Hersteller Stadler zu einer deutlich verspäteten Auslieferung der ersten Testzüge. Die Serienauslieferung soll laut BVG nun erst im kommenden Jahr beginnen. 

Derzeit liefen Gespräche mit dem Aufgabenträger, dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg sowie dem Berliner Senat, um den Takt auf den Kleinprofil-Linien etwas auszuweiten. "Davon merken die Fahrgäste nur wenig, es bringt aber enorme Stabilität ins System", betonte Erfurt. 

Auch bei den sogenannten Großprofil-Linien U6 bis U9 gibt es Probleme, die die Fahrgäste im Betrieb spüren. Ein außergewöhnlich hoher Verschleiß an den Radsätzen bestimmter Baureihen sorge derzeit für längere Werkstattaufenthalte der Fahrzeuge, hieß es. "Wir untersuchen noch die Fehlerursache", sagte der Betriebschef. 

"Die Mitarbeitenden arbeiten mit Hochdruck daran, die Züge wieder in den Einsatz zu bringen", teilte die BVG mit. Doch es fehlen Werkstattkapazitäten, weil die Linie U5 mit ihrer Werkstatt in Friedrichsfelde derzeit vom Netz getrennt ist. Wann die Probleme behoben sind, ist derzeit noch offen. Bis dahin müssen sich Fahrgäste weiter auf den Ausfall von Fahrten einstellen. 

Dass die Auslastung auf einzelnen Linien aufgrund der Fußball-Europameisterschaft an Spieltagen noch einmal deutlich größer ist, macht es für die BVG und ihre Fahrgäste nicht leichter. Dennoch äußerte sich Erfurt mit dem EM-Verlauf für die BVG zufrieden. "Alles was fahren und rollen kann, das fährt und rollt", sagte er. "Wir mussten für die EM-Zeit rund 100 neue Fahr- und Dienstpläne erstellen." Die angekündigte Taktverdichtung auf den besonders nachgefragten U-Bahn-Linien funktioniere. Das gehe aber zum Teil auf Kosten von anderen Linien, betonte der BVG-Manager.
© dpa | Abb.: BVG (Archiv) | 01.07.2024 08:32

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