IT-Sicherheit
Gestern, 08:34 Uhr

Funk von kritischer Infrastruktur leicht abhörbar

Viele Haftanstalten, Flughäfen und Energieversorger nutzen unverschlüsselte Funknetze - auch um Kosten zu sparen. Warum Experten das als Risiko für die Sicherheit sehen.
Datentransfer
Datentransfer, © Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben (Archiv)
Düsseldorf (dpa) - Etliche Einrichtungen der kritischen Infrastruktur in Deutschland kommunizieren mit ungeschützter Funktechnik. Der Digitalfunk zahlreicher Haftanstalten, Flughäfen und Energieversorger lässt sich mit geringem technischen Aufwand auch aus der Ferne abhören, weil die Betreiber auf die Verschlüsselung ihrer Netze verzichten, wie die "Wirtschaftswoche" berichtet.

Die AG Kritis, eine anerkannte unabhängige Arbeitsgruppe von Fachleuten für den Schutz kritischer Infrastrukturen, beklagte im Magazin: "Dass kritische Infrastruktur über ungesicherte Funknetze kommuniziert, ist ein sicherheitspolitisches Armutszeugnis." Man öffne Angreifern Tür und Tor, gefährde die Versorgungssicherheit und letztlich Menschenleben, sagte der Sprecher der AG, Thomas Blinn. 

Dem Bericht nach reicht ein Laptop, eine frei verfügbare Software sowie etwas technisches Verständnis, um die Gespräche abzuhören. Dabei könnten auch vertrauliche oder sensible Informationen abgefangen werden. 

Auf Verschlüsselung verzichtet

In Deutschland sind mehr als 300 digitale Funknetze auf Basis des Tetra-Standards aktiv. Das ist eine Technik, auf der auch der Polizeifunk basiert. Dieser ist mehrfach verschlüsselt und gilt als abhörsicher. In mehreren Haftanstalten, Flughäfen sowie bei Energieversorgungseinrichtungen werde jedoch eine Version des Tetra-Netzes eingesetzt, die ohne Verschlüsselung auskomme, schrieb das Magazin und verwies auf Kostengründe.
© dpa | 09.01.2026 08:34

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