Deutsche Bahn
05:40 Uhr

GDL-Chef Reiß setzt auf Tarifrunde ohne Arbeitskämpfe

Die Lokführergewerkschaft GDL setzt auf eine friedliche Tarifrunde bei der Bahn - hält sich aber alle Möglichkeiten offen. Bis Ende Februar haben beide Seiten Zeit, eine Einigung zu erzielen.
Mario Reiß
Mario Reiß, © GDL
Vor dem Start der neuen Tarifrunde bei der Deutschen Bahn sieht Gewerkschaftschef Mario Reiß alle Voraussetzungen für einen Tarifabschluss ohne Arbeitskampf gegeben. "Wir wollen am Tariftisch auf der Diskussionsebene ein Ergebnis erwirken und gehen davon aus, dass wir der Bahn genug Zeit gegeben haben", sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) der Deutschen Presse-Agentur. 

"Jeder sagt jetzt: Es geht wieder los bei der Bahn, die werden bald klappern. Aber an uns wird es nicht liegen." Bis Ende Februar herrscht in der Tarifauseinandersetzung Friedenspflicht. In dieser Zeit kann die GDL keine Streiks durchführen. Insgesamt 14 Verhandlungstage in fünf Runden sind bis dahin angesetzt. Das sei deutlich mehr als bei den derzeit ebenfalls laufenden Tarifgesprächen mit den Wettbewerbsbahnen, betonte Reiß. 

"Die Frage ist ja, ob die Bahn sich die Chance gönnt oder ob man Spiele treibt, und das werden wir wahrscheinlich Ende Februar wissen." Er setze aber darauf, dass seine Verhandlungsmannschaft in dem geplanten Zeitraum Ergebnisse erzielen wird. "Deswegen rede ich momentan weder über Eskalation noch rede ich da drüber, ob wir eventuell eine Urabstimmung planen." 

Reiß: Es gibt immer die Möglichkeit einer Urabstimmung 

Bei der vorigen Tarifrunde unter dem damaligen GDL-Chef Claus Weselsky hatte die Gewerkschaft bereits nach der zweiten Gesprächsrunde die Gespräche für gescheitert erklärt und eine Urabstimmung unter den Mitgliedern über unbefristete Streiks eingeleitet. Diese Möglichkeit stehe der Gewerkschaft immer offen, sagte Weselskys Nachfolger Reiß. Diese müsse aber sehr verantwortungsvoll damit umgehen. 

Die Gewerkschaft fordert von der Bahn in den nun beginnenden Tarifgesprächen eine Entgelterhöhung von mindestens 3,5 Prozent. Über Neuordnungen in der Tarifstruktur sollen aber bis zu 8 Prozent mehr Geld herauskommen. So will die GDL etwa eine neue Tarifstufe durchsetzen. 

"Wir sind der Meinung, wir brauchen weder einen externen Schlichter noch brauchen wir irgendwo Hilfe. Wir brauchen einen vernünftigen Verhandlungspartner und das ist das Entscheidende", betonte der Vorsitzende. Sollte es bis Ende Februar keine Lösung geben, habe die Bahn und habe Deutschland ein großes Problem.

Erste Tarifrunde zwischen Bahn und GDL beginnt

Die nächste Tarifrunde bei der Deutschen Bahn beginnt am Donnerstag (10.00 Uhr) - vorerst ohne Auswirkungen für Fahrgäste. Bis einschließlich Februar besteht eine Friedenspflicht, während der für die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) keine Arbeitskämpfe möglich sind. Sie fordert in der Tarifauseinandersetzung 8 Prozent mehr Geld. 

3,8 Prozent davon sollen über eine Entgelterhöhung erzielt werden. Die weiteren Erhöhungen will die Gewerkschaft über Umstrukturierungen im Tarifsystem erreichen. Konkret geht es dabei etwa um die Einführung einer neuen Tarifstufe. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags soll zwölf Monate betragen. 

Es ist die erste Tarifrunde nach der Ära des früheren GDL-Chefs Claus Weselsky. Die Verhandlungen für die Gewerkschaft wird der neue Gewerkschaftsvorsitzende Mario Reiß führen.
© dpa | Abb.: GDL (Archiv) | 07.01.2026 17:37

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